Altersarmut wächst in Sachsen weiter - Pläne der Bundesregierung bedeuten vor allem Rentenkürzungen

Die Reformkommission hat der Bundesregierung ihre Renten-Pläne übergeben. Indes hat die Staatsregierung auf Anfrage der Vorsitzenden und sozialpolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper, neue Zahlen zur Grundsicherung im Alter vorgelegt. Demnach erhielten zum Ende 2025 in Sachsen 21.080 Menschen diese Sozialleistung - durchschnittlich 616 Euro im Monat. Ihre Zahl hat sich binnen zehn Jahren fast verdoppelt.

Die gesetzliche Rente kann und muss eine sichere Bank für alle sein. Die Zahl derjenigen, die sie im Alter nicht ausreichend absichert, wächst aber auch in Sachsen scheinbar unaufhaltsam. Immer mehr ältere Menschen kommen mit ihrer Rente nicht mehr hin, ein Café-Besuch oder Geschenke für die Enkel werden zur finanziellen Herausforderung. Wir können leider nicht darauf hoffen, dass die Renten-Pläne der Rentenkommission und der Bundesregierung Altersarmut überwinden helfen.

Die Statistik der Lebenserwartung sagt nichts über die Erwerbsbiografien der Menschen aus. Viele können schon heute nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten - ihre Altersbezüge werden also gekürzt, wenn der Renteneintritt weiter verschoben wird. Selbst 45 Beitragsjahre genügen bald nicht mehr, um den wohlverdienten Ruhestand antreten zu können. Zudem werden alle weniger netto in der Tasche haben, wenn zusätzliche Beiträge am Kapitalmarkt angelegt werden müssen - die Risiken von Finanzkrisen inklusive. Bei Kürzungen ist die Bundesregierung also konsequent. Wenn es darum geht, mehr Menschen in die Rentenkasse zu holen, bleibt sie aber wohl am Anfang des Weges stehen. Zwar sollen Abgeordnete, Konzernvorstände und Selbständige Teil der Rentenversicherung werden, aber das genügt nicht. Die Bemessungsgrenze hohe und höchste Einkommen außerdem weiter beitragsfrei.

Gerade der Osten braucht eine verlässliche gesetzliche Rente, weil die meisten hier keine weiteren Alterseinkünfte haben. Die Rente wird sicher, wenn sie gerechter wird. Alle, die ein Arbeitseinkommen oder hohe Kapitaleinkünfte erzielen, sollten die Rentenkasse mitfinanzieren. Hohe und höchste Einkommen sollten nicht mehr beitragsfrei bleiben. Armut darf nicht der Lohn für ein langes Arbeitsleben sein!

Altersarmut in Sachsen

In Sachsen bekommen 21.080 Menschen Grundsicherung im Alter.
Das sind 616 Euro im Monat.
Die Zahl hat sich in 10 Jahren fast verdoppelt.

Probleme mit der Rente

Viele Menschen haben zu wenig Rente.
Sie können nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten.
Dann bekommen sie weniger Rente.
45 Jahre Arbeit reichen bald nicht mehr für volle Rente.

Die Regierung will Geld am Kapitalmarkt anlegen.
Das ist riskant wegen Finanzkrisen.
Die Renten-Pläne helfen nicht gegen Altersarmut.

Wer zahlt in die Rente ein

Abgeordnete, Chefs und Selbständige sollen einzahlen.
Das reicht aber nicht.
Hohe Einkommen zahlen keine Beiträge.

Rente im Osten

Im Osten haben viele keine andere Alters-Einkünfte.
Die gesetzliche Rente muss sicher und gerecht sein.
Alle mit Arbeit oder viel Geld sollen einzahlen.
Armut darf kein Lohn für langes Arbeiten sein.

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