15 neue Rechtsextremismus-­Verdachtsfälle bei der Polizei - transparent und konsequent vorgehen!

Im zweiten Halbjahr 2025 wurden bei der sächsischen Polizei sechs weitere Rechtsextremismus-Verdachtsfälle aufgedeckt. Im ersten Halbjahr hatte es neun solcher Fälle gegeben. Es ist eine Voraussetzung für eine demokratische Polizei, transparent und konsequent gegen Verfassungsfeinde im Staatsdienst vorzugehen!

Unter den neuen „relevanten Vorkommnissen“ sind mehrere abwertende, womöglich rassistische Äußerungen gegenüber Bürgerinnen und Bürgern sowie eine „ausländerfeindliche Äußerung im Rahmen eines Einsatzes“. In zwei Fällen geht es um die Nutzung einer strafbaren Parole sowie das Veröffentlichen rassistischer Inhalte auf Social-Media-Plattformen. Bei zwei Bediensteten hatte das Verhalten bereits Konsequenzen, durch Kündigung oder die Einleitung eines Entlassungsverfahrens. In anderen Fällen wurden Disziplinarverfahren eingeleitet und teils strafrechtliche Ermittlungen in Gang gesetzt.

In einem bemerkenswerten Fall geht es um einen Bediensteten der Polizeidirektion Zwickau, der am 11. Juli offenbar privat eine Großveranstaltung besuchte - mit einer Begleitperson, auf deren Kleidung sich ein strafbarer Aufdruck befand. Als Polizeikräfte das monierten, soll der Bedienstete gegen seine Kolleginnen und Kollegen vorgegangen sein. Anscheinend wurde es rabiat, die Auseinandersetzung wertet die Staatsanwaltschaft Zwickau als tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte. Mindestfreiheitsstrafe: drei Monate. Im April soll der Fall vor Gericht kommen. Über den Verbleib im Dienst kann in einem anschließenden Disziplinarverfahren entschieden werden.

Das Innenministerium hatte erstmals Anfang 2020 auf eine Linken-Anfrage hin detailliert Auskunft zu einschlägigen Vorfällen gegeben. Mit den seither veröffentlichten Daten summiert sich die Zahl bekanntgewordener Verdachtsfälle auf 128. Um solche Fälle systematisch zu erfassen, wurde innerhalb der Polizei vor gut fünf Jahren eine „Koordinierungsstelle Extremismusprävention und Demokratiearbeit“, kurz KostEx, eingerichtet. Das war ein später, aber richtiger Schritt.

Allerdings scheint das Thema keine Priorität mehr zu haben, denn von den bisher regelmäßigen Halbjahres-Berichten ist das Innenministerium abgerückt. Irritierend: Klammheimlich wurden auf der offiziellen Website sämtliche bisher veröffentlichten Berichte gelöscht. Das ist das Gegenteil der Transparenz, die im offiziellen Leitbild der sächsischen Polizei versprochen wird.

Neue Verdachtsfälle bei Polizei

Im Jahr 2025 gab es 15 neue Verdachtsfälle bei der Polizei in Sachsen.
6 Fälle kamen im zweiten Halbjahr dazu.
9 Fälle gab es im ersten Halbjahr.

Art der Verdachtsfälle

Es gab abwertende und rassistische Äußerungen.
Eine Äußerung war ausländerfeindlich bei einem Einsatz.
Zwei Fälle betreffen strafbare Parolen und rassistische Inhalte im Internet.

Zwei Polizisten verloren ihren Job oder bekommen ein Entlassungsverfahren.
Andere Fälle haben Disziplinarverfahren oder Ermittlungen.

Besonderer Fall in Zwickau

Ein Polizist besuchte eine große Veranstaltung privat.
Seine Begleitung trug ein verbotenes Zeichen auf der Kleidung.
Der Polizist griff seine Kollegen an.
Die Staatsanwaltschaft nennt das einen Angriff auf Beamte.
Der Fall kommt im April vor Gericht.

Danach entscheidet man über den Job des Polizisten.

Erfassung und Transparenz

Seit 2020 gibt es Berichte über solche Fälle.
Insgesamt sind 128 Verdachtsfälle bekannt.
Die Polizei hat eine Stelle für Extremismus-Prävention.
Diese Stelle heißt KostEx.

Die Berichte wurden früher regelmäßig veröffentlicht.
Jetzt gibt es keine neuen Berichte mehr.
Alle alten Berichte wurden von der Webseite gelöscht.
Das ist nicht transparent und widerspricht dem Leitbild der Polizei.

Diesen Beitrag teilen!

Zurück

Du hast Fragen
oder möchtest einfach reden?

Fraktion Die Linke
im Sächsischen Landtag

Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Telefon 0351 4935800
E-Mail

Zum Kontaktformular

Oder schreibe uns auf unseren Social-Kanälen:

Schließen

KONTAKT

Fraktion Die Linke
im Sächsischen Landtag

Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Telefon 0351 4935800
E-Mail

Hier geht es zum Kontakt