224/2017: Menschen mit Behinderungen Zugang zu Sport erleichtern

Meiwald / Wehner: Sport für alle – Hürden müssen weg!

Zum Antrag „Sport für Menschen mit Behinderungen (Behindertensport)“ (Parlaments-Drucksache 6/9219) erklärt Verena Meiwald, sportpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag:

Wir müssen feststellen, dass auch in Sachsen die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Sport nicht gewährleistet ist. Daher haben wir diesen Antrag gestellt. Der Landessportbund stellt sich den Herausforderungen. Anfang Mai erschien z.B. ein Leitfaden zur Inklusion im Sport, und am vergangenen Wochenende fand in Leipzig der Talenttag im Sport für Talente mit Handicap statt.

Sport ist für Menschen mit Behinderungen aber häufig mit Hürden verbunden. Im zweiten Teilhabebericht der Bundesregierung liest man: „Erwachsene Menschen mit anerkannter Behinderung sind seltener sportlich aktiv als Gleichaltrige ohne eine anerkannte Behinderung.“ Behindertenbedingte Mehraufwendungen, wie beispielsweise Gebärdendolmetscher, sind aber auch nicht mal im Bundeteilhabegesetz vorgesehen. Für diese gesonderten Bedarf benötigen wir einen speziellen Topf, aus dem diese finanziert werden können.

Praktische Probleme sind zum Beispiel die Fahrkosten, da ein Großteil des Breitensports keine Zuschüsse für Fahrten zu Wettkämpfen und Trainingslagern sowie Übernachtungskosten erhält.

Oder die Sportgeräte: Die verwaltungstechnischen Herausforderungen und die Eigenanteilsregeln sorgen dafür, dass bei der vereinzelt existierenden Förderung teilweise Sportgeräte wie Sportrollstühle, Slegdehockeyschlitten oder Tore und Banden im Goalball oder Blindenfußball nicht angeschafft werden können!

Horst Wehner, Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag für Inklusion, fügt hinzu:

Entgegen den Behauptungen aus der Koalition stehen Menschen mit Behinderungen allein schon auf dem Weg zu den Sportstätten oftmals vor unüberwindlichen Hürden, weil zum Beispiel kein Transport des Sportrollstuhls mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich ist. „Lieblingsplätze für alle“ ist zwar ein hilfreiches Förderprogramm, reicht aber bei weitem nicht aus und ist für die Schaffung von Barrierefreiheit für die wenigsten Sportstätten aufgrund enger Förderkriterien geeignet. Die Koalition tut so, als sei alles geregelt, doch der Alltag sieht anders aus: So kämpft beispielsweise der Präsident des sächsischen Gehörlosensportverbandes seit Jahren um die Übernahme der Kosten für einen Gebärdensprachdolmetscher durch den Freistaat Sachsen. Umso bedauerlicher ist die Ablehnung unseres Antrages.   





Veröffentlicht am:
18:27:51 18.05.2017



 
 



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