Susanne Schaper: Schnelle Schließung der Geburtshilfe und Gynäkologie in Kamenz rechtlich prüfen!
Die Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper, sagt zur angekündigten Schließung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus in Kamenz zu Ende Mai:
„Die Schließung wird die Gesundheitsversorgung stark beeinträchtigen. Innerhalb weniger Wochen soll eine wichtige Versorgungsstruktur verschwinden, auf die Familien, Schwangere und Beschäftigte angewiesen sind. Das ist weder verantwortungsvoll noch akzeptabel. Schwangere aus der Region, die im Krankenhaus entbinden möchten, müssen künftig nach Dresden oder Hoyerswerda fahren. Aus Kamenz sind das 50 beziehungsweise 30 Minuten Autofahrt. Die Schließung bedeutet längere Wege, mehr Unsicherheit und im Ernstfall ein reales Risiko für die Versorgung.
Dass ein privater Krankenhausbetreiber eine so weitreichende Entscheidung praktisch im Alleingang und mit dieser Geschwindigkeit trifft, zeigt ein grundlegendes Problem: Gesundheitsversorgung darf nicht von Renditeerwartungen abhängen. Geburtshilfe ist keine betriebswirtschaftliche Größe. Ich unterstütze die Forderung nach einem Moratorium. Es ist Zeit nötig, um Alternativen zu prüfen. Die Staatsregierung muss offenlegen, welche Möglichkeiten sie geprüft hat und welche Verantwortung sie für die Sicherstellung wohnortnaher Versorgung übernimmt. Insbesondere muss sofort rechtlich geprüft werden, ob eine so zügige Schließung überhaupt rechtens ist.
Die Menschen vor Ort haben jedes Recht, sich gegen den Abbau medizinischer Infrastruktur zu wehren. Die Linke steht an der Seite der Beschäftigten, der Familien und aller Bürgerinnen und Bürger, die sich für den Erhalt der Geburtshilfe und Gynäkologie in Kamenz einsetzen. Geburtshilfe muss flächendeckend angeboten werden, auch wenn sie - zumal in einer Zeit niedriger Geburtenraten - ein Verlustgeschäft ist. Jede Frau hat das Recht, den Geburtsort frei zu wählen.“
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