Susanne Schaper: Nichts daran wäre falsch, Superreichen und Multimillionären einen größeren Beitrag abzuverlangen!
Laut der Unternehmensberatung Boston Consulting Group besitzen 5.000 Superreiche mehr als ein Viertel des Finanzvermögens in Deutschland. Diesen Menschen, die jeweils über mehr als 100 Millionen Dollar (rund 86 Mio. Euro) verfügen, vereinten 27,3 Prozent auf sich. Bezieht man außerdem die mehr als 700.000 Multimillionäre in die Rechnung ein, besitzt diese kleine Bevölkerungsgruppe mehr als die Hälfte des Finanzvermögens. Die Vorsitzende der Linksfraktion, Susanne Schaper, erklärt:
„In Deutschland sind die Vermögen extrem ungleich verteilt und die meisten Menschen haben ihr Leben lang keine Chance, finanziell sorgenfrei zu werden – so sehr sie sich auch anstrengen mögen. Ihnen steht eine vergleichsweise kleine Gruppe gegenüber, die sich auf ihrem Geld ausruhen kann. Aktiengewinne lassen ihren oft ererbten Reichtum wachsen, ohne dass sie einen Finger rühren müssen. Uns kann niemand weismachen, dass es falsch wäre, ihnen einen größeren Beitrag zum Gemeinwesen abzuverlangen! Diese Ungerechtigkeit ist die Wurzel der allermeisten Probleme, unter denen unser Land leidet. Sie gefährdet den Wohlstand der breiten Bevölkerung und die Demokratie.
Kein Mensch arbeitet so viel oder trägt so viel Verantwortung, dass die Anhäufung eines Milliardenvermögens gerechtfertigt wäre. Niemand kann ein Unternehmen führen, ohne dass die Gesellschaft den Rahmen bietet - Arbeitskräfte, Rohstoffe, Transportwege, Netzwerke, Regeln und mehr. Es ist daher gerechtfertigt, Reichtum zu begrenzen, damit kein Kind mehr in Armut aufwächst, alle von ihrer Arbeit leben können und im Alter keine Geldsorgen haben. Armut und leere öffentliche Kassen gibt es nur, weil privater Reichtum unbegrenzt wachsen darf. Die Breite der Bevölkerung ächzt derweil unter steigenden Preisen und Sozialbeiträgen. Menschen mit riesigen Einkommen und enormen Vermögen müssen mehr beitragen. Das niemanden arm, aber alle reicher.
Dazu ist es erforderlich, Steuerhinterziehung konsequent zu bekämpfen und mehr Personal bereitzustellen. Vor allem aber müssen große Vermögen, hohe Einkommen und enorme Erbschaften gerecht besteuert werden. Auf enorme Einkünfte aus Arbeit und Kapitalvermögen müssen angemessene Sozialabgaben anfallen. Ein würdevolles Leben ist für alle drin, wenn wir umverteilen!“
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