Susanne Schaper: Koalition muss endlich mit uns Maß­nahmen gegen Apotheken­sterben beraten - viele Förder­ungen denkbar

Zum Apothekensterben erklärt die Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper:

„Die Zahl der Apotheken in Sachsen sinkt seit Jahren. Sie liegt nur noch bei 876 und damit auf dem niedrigsten Stand seit 1997. Unser Antrag (Drucksache 8/658), mit dem wir Gegenmaßnahmen fordern, liegt seit mehr als einem halben Jahr im Konsultationsverfahren. CDU und SPD haben ihren angekündigten Änderungsantrag bis heute nicht vorgelegt, so dass wir noch nicht in die inhaltliche Verhandlung einsteigen konnten. Wir setzen darauf, dass dies bald geschehen kann. Wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren.

Die strukturellen Probleme verschärfen sich, vor allem zulasten kleinerer Apotheken. Kostendruck, Bürokratie und Lieferengpässe gefährden ihre wirtschaftliche Existenz. Derzeit schließen mehr Anlaufstellen als neue eröffnen, und die Wege werden länger. Die Apotheke vor Ort ist kaum zu ersetzen: Sie bietet niedrigschwellige und vertrauensvolle Beratung, kann bei Lieferengpässen Alternativen anbieten oder Rezepturen herstellen - all das sind Leistungen, die Internetapotheken nicht erbringen können.

Damit wieder mehr Menschen Lust haben, eine Apotheke zu führen oder dort zu arbeiten, müssen die Rahmenbedingungen besser werden. Zwar ist im Koalitionsvertrag eine einmalige Erhöhung des Packungsfixums vorgesehen – das ist der feste Betrag, den die Krankenkassen pro abgegebener Medikamentenpackung erstatten. Doch real müssen Apotheken durch Inflation und steigende Kosten seit Jahren Einbußen hinnehmen. Das Honorar müsste daher regelmäßig angepasst und der Beratungsaufwand vergütet werden.

Förderprogramme könnten helfen, die Digitalisierung voranzubringen und die Übernahme oder Neugründung von Apotheken in unterversorgten Regionen zu erleichtern. So könnte ein Förderfonds einen Teil des Kaufpreises bei Apothekenübernahmen in Regionen mit nachgewiesener Unterversorgung übernehmen, ähnlich einem ,Landarztbonus‘. Auch für Modernisierungen und IT-Lösungen etwa für telepharmazeutische Beratung, Bestellwesen oder Patientenverwaltung ist Unterstützung denkbar. Die Staatsregierung sollte mit dem Sächsischen Apothekerverband, der Landesapothekerkammer, den Krankenkassen und weiteren Akteuren ein sektorenübergreifendes Maßnahmenpaket entwickeln.“

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