Susanne Schaper: Gesundheitssystem nicht länger auf Verschleiß fahren – ambulante Versorgung ausbauen, nicht kürzen!
Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen hat heute in Dresden ihre „Resolution für die ambulante Versorgung – sächsische Ärzte und Psychotherapeuten schlagen Alarm“ vorgestellt. Die Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper, kommentiert:
„Die Resolution beschreibt deutlich, was viele Menschen längst im Alltag spüren: Das Gesundheitssystem wird auf Verschleiß gefahren, während der Anspruch auf gute Versorgung öffentlich versprochen wird. Wer monatelang auf einen Facharzt- oder Psychotherapieplatz wartet, weiß längst, dass zwischen Rechtsanspruch und Realität eine große Lücke klafft. Die Bundesregierung versucht, das Defizit der gesetzlichen Kassen mit dem Rotstift zu bearbeiten. Das mag in Tabellen kurzfristig ordentlich aussehen. In der Realität bedeuten die Kürzungen weniger Termine, mehr Überlastung und ein weiteres Ausdünnen der Versorgung außerhalb der großen Städte.
Die Rechnung zahlen die Patientinnen und Patienten. Sie bekommen, wenn überhaupt, erst später und nach langen Wegen Hilfe. So verschlimmern sich Erkrankungen, was auch die Folgekosten erhöht. Die Krankenhäuser können die Mängel in der ambulanten Versorgung nicht abfangen. Wir müssen die ambulanten Strukturen ausbauen, auch mit Telemedizin und mehr Polikliniken, die dem ärztlichen Personal die attraktiven Bedingungen einer Anstellung bieten. In Sachsen ist schließlich nicht nur die Bevölkerung durchschnittlich besonders alt – auch ein großer Teil des medizinischen Personals steht recht kurz vor dem verdienten Ruhestand.
Die Finanzprobleme entstehen nicht dadurch, dass Menschen zu oft zum Arzt gehen oder psychotherapeutische Hilfe benötigen. Sie entstehen vor allem, weil der Bund seit Jahren versicherungsfremde Leistungen nicht ausreichend finanziert und weil ein System erhalten wird, in dem hohe Einkommen und private Versicherungen strukturell bevorzugt werden. Eine solidarische Gesundheitsversicherung, in die alle einzahlen – auch Beamte, Selbständige und sehr Gutverdienende – würde die Probleme lösen. Die Finanzierung muss sich am tatsächlichen Versorgungsbedarf orientieren, nicht an kurzfristigen Sparzielen des Bundesfinanzministeriums.“
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