Susanne Schaper: Entscheidend ist jetzt, dass Long- und Post-Covid-Betroffenen schnell geholfen wird!

Mit einem gemeinsamen Antrag haben CDU, SPD, Grüne und Linke die Staatsregierung beauftragt, die Versorgung bei Long-/Post-COVID, ME/CFS und Impfkomplikationen nach einer COVID-19-Schutzimpfung zu verbessern (Drucksache 8/4899). Die Staatsregierung soll eine Datenbasis schaffen, Informationsangebote ausbauen, Forschung und Fortbildung forcieren sowie Behandlungszentren ins Leben rufen. Dazu sagt die Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper:

„In Sachsen sind etwa 100.000 Menschen von Long- oder Post-Covid betroffen. Zehn bis zwanzig Prozent leiden unter dem Chronischen Fatigue-Syndrom, kurz ME/CFS, also der schwersten Form. Das sind über 18.000 Menschen, die täglich um jedes Stückchen Normalität kämpfen müssen. Man sieht den Betroffenen ihre Erkrankung oft nicht sofort an. Aber sie bezahlen jedes Treppensteigen, jedes Gespräch, jede Stunde Spielen mit den Kindern mit einem hohen Preis: enorme Erschöpfung, Herzrasen, Schwindel, Schmerzen oder sogar Bettlägerigkeit in abgedunkelten Räumen für Stunden oder Tage.

Wir hören immer häufiger etwa von Menschen, die früher Marathon gelaufen sind und heute nicht mehr die Treppen zur Wohnung hochkommen. Wir hören von Kindern, die in der Schule fehlen und nicht mehr auf den Spielplatz gehen, weil ihr Körper nicht mehr mitmacht. Es gibt Berichte von Angehörigen, die erschöpft sind, weil sie pflegen, organisieren, Anträge ausfüllen und nebenbei ihren eigenen Alltag stemmen müssen. Viele fühlen sich im Stich gelassen. Sie stoßen auf Unwissenheit und Vorurteile.

Es gibt nur wenige spezialisierte Anlaufstellen, und die sind hoffnungslos überlastet. Die Wartezeiten auf Diagnostik und Therapie sind ewig lang, Reha-Einrichtungen mit den Krankheitsbildern oft überfordert, und es gibt keine zugelassenen Medikamente. Die Behandlungen beschränken sich momentan vor allem darauf, Symptome zu lindern. Gleichzeitig kämpfen die Betroffenen mit einem Dschungel an Anträgen – Pflegegrad, Erwerbsminderungsrente, Bürgergeld, Wohngeld –, oft mit ungewissem Ausgang und über Monate oder Jahre, vor allem wenn das Ganze vor Gericht landet. Deshalb ist dieser gemeinsame Antrag wichtig. Betroffene sollen nicht mehr von Praxis zu Praxis geschickt werden, sondern eine Stelle bekommen, die sich auskennt. Sie sollen nicht mehr stundenlang recherchieren zu müssen, wie man Leistungen beantragt.

Die Themen Long-Covid und ME/CFS werden uns noch lange beschäftigen. Je länger wir warten, desto teurer wird es – menschlich, gesundheitlich, sozial und auch finanziell, weil Menschen aus dem Arbeitsleben fallen, Familien überfordert sind und Pflegekosten steigen. Als Linksfraktion sagen wir deshalb: Dieser Antrag ist nicht das Ende der Debatte, sondern ein Anfang. Wir hätten uns an einigen Stellen mehr Mut und Verbindlichkeit gewünscht, aber er ist ein wichtiger Schritt der demokratischen Fraktionen. Entscheidend ist jetzt, dass den Betroffenen schnell geholfen wird!“

 

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