Rico Gebhardt: Sachsens Polizei beschafft immer mehr Drohnen, doch die meisten liegen nur herum - keine Einsatzstrategie erkennbar

Sachsens Polizei setzt immer stärker auf Drohnen. Das zeigen neue Anfragen des innenpolitischen Sprechers der Linksfraktion, Rico Gebhardt (Drucksachen 8/5299 und 8/5300). Demnach ist die polizeiliche Drohnen-Flotte 2025 gewachsen: Sie umfasst jetzt 56 Geräte, so viele wie noch nie. Im Jahresverlauf wurden 13 Geräte neu angeschafft. Es kam zu 455 Aufstiegen mit einer Gesamtflugzeit von 35.800 Minuten. Zieht man Trainingsflüge und Öffentlichkeitsarbeit ab, bleiben 353 „echte“ Polizeieinsätze mit 25.752 Flugminuten. Rico Gebhardt erklärt:

„Die Bedeutung der offiziell so genannten Unbemannten Luftfahrtsysteme (ULS) ist weiter gewachsen. 2024 gingen 242 Polizeieinsätze mit Drohnenflügen einher, 2023 nur 135. Seither hat sich auch die Zahl der speziell geschulten Drohnenpilotinnen und -piloten vervielfacht, aktuell gibt es 88 ,Bedienungsberechtigte‘. Zum Einsatz kommen Drohnen bei einer großen Bandbreite von Einsätzen, von der Unfallaufnahme und Verkehrsüberwachung über Vermisstensuche und Tatortarbeit bis zur Brandursachenermittlung. Hier ist der Nutzen ohne weiteres erkennbar.

Was aber auffällt: Immer häufiger werden Fußballspiele beobachtet. 2025 war das bei 32 Begegnungen der Fall, 2024 waren es 28 gewesen. Es handelt sich faktisch um Überwachung, die immer regelmäßiger vorgenommen wird und bei der immer mehr Fans in den Blick geraten - obwohl sie meistens unbescholten sind. Zugleich kamen Drohnen bei neun Versammlungen zum Einsatz, auch das ist eine Zunahme (2024: sechs). Die Frage ist: Wann lässt die Polizei eine Drohne fliegen und wann nicht? Das ist unklar. Denn eine Strategie der Polizei, Drohnen so zu nutzen, dass sie der öffentlichen Sicherheit bestmöglich zugutekommen, kann ich nicht erkennen.

Auch bei der Wirtschaftlichkeit sehe ich Fragezeichen. Zwar sind Drohnen deutlich flexibler und preisgünstiger als Hubschrauber. Eine Flugstunde mit einem Polizei-Helikopter schlägt momentan mit 9.844,32 Euro zu Buche, wie eine weitere Linke-Anfrage zeigt (Drucksache 8/5296) - eine Steigerung von 30 Prozent in nur einem Jahr, Personal nicht mitgerechnet. Doch bei den Drohnen fehlt offenbar jegliche Bedarfsplanung. So gibt es für den immer stärkeren Ausbau des ULS-Flugparks keinen nachvollziehbaren Grund. Wie die jüngsten Daten zeigen, werden nur 16 Geräte - weniger als ein Drittel des Gesamtbestands - überhaupt für Einsätze benötigt. Auf der anderen Seite hebt ein Teil der Flotte nie ab. Es ergibt keinen Sinn, dafür Geld zu verpulvern.“

Du hast Fragen
oder möchtest einfach reden?

Fraktion Die Linke
im Sächsischen Landtag

Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Telefon 0351 4935800
E-Mail

Zum Kontaktformular

Oder schreibe uns auf unseren Social-Kanälen:

Schließen

KONTAKT

Fraktion Die Linke
im Sächsischen Landtag

Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Telefon 0351 4935800
E-Mail

Hier geht es zum Kontakt