Neuhaus-Wartenberg: Gerade für Kleinbetriebe sind unbesetzte Lehrstellen großes Problem – Rahmenbedingungen verbessern!
Die Regionaldirektion Sachsen der Bundesarbeitsagentur teilt mit, dass Betriebe in Sachsen und Thüringen große Schwierigkeiten haben, Nachwuchs zu finden. Außerdem seien zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres noch weit über 6.000 Lehrstellen in Sachsen nicht besetzt. Dem gegenüber stehen hier nur 3.450 Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben. Dazu erklärt Luise Neuhaus-Wartenberg, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag für Mittelstand, Handwerk und Tourismus:
„Alles bleibt, wie es ist: Statt einem soliden Agieren wird, wenn überhaupt, nur reagiert. Es ergibt sich kein Vorteil aus positiven Trends, da Lehren immer erst folgen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Ich freue mich, dass Berufsberater künftig deutlich häufiger direkt in den Schulen beraten. Und laut Regionaldirektionschef Hansen ab sofort stärker dort, wo junge Menschen sind, damit es kürzere Wege für die Schülerinnen und Schüler und damit einen direkten Draht zur Berufsberatung gibt. Vielleicht entfaltet sich die Wirkung ja dann bis zum Beginn des nächsten Lehrjahres.
Dennoch bleibt wohl die Hälfte aller freien Lehrstellen unbesetzt. Gerade Klein- und Kleinstun-ternehmen stellt das vor gewaltige Probleme, da sich die besetzten Lehrstellen augenscheinlich in den Großbetrieben befinden, die den Lehrlingen ein besseres Angebot machen können. Dar-über hinaus sorgen wohl schlechtes Betriebsklima, Konflikte mit dem Ausbilder, ausbildungs-fremde Tätigkeiten oder zu lange Wege zum Unternehmen dafür, dass ein Viertel der Auszubil-denden die Ausbildung vorzeitig abbricht.
Der demographische Wandel, über den wir seit Jahren reden, schlägt hier nun voll zu. Ohne geeignete Maßnahmen werden wir dem nichts entgegen zu setzen haben. Wir brauchen drin-gend einen funktionierenden kostenlosen ÖPNV, lebenswerte Rahmenbedingungen und gute Infrastruktur vor allem endlich auch in den ländlichen Regionen sowie eine attraktive Entlohnung. Was nützt uns eine florierende Wirtschaft, wenn junge Leute nichts davon haben und nichts draus machen können?“
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