Luise Neuhaus-Wartenberg, Susanne Schaper: Theaterkrise in Plauen ist ein Warnsignal – Kommunen entlasten und Kulturraumgesetz weiterentwickeln!
Der MDR berichtet über die drohende Insolvenz des Theaters Plauen-Zwickau und drastische Sparmaßnahmen im Vogtland. Luise Neuhaus-Wartenberg, Sprecherin der Linksfraktion für Kultur und Gedenkkultur, erklärt:
„Die aktuelle Krise zeigt die strukturellen Schwächen in unserer Kulturfinanzierung. Viele Kulturräume sind seit Jahren finanziell am Limit, und zahlreiche Kommunen stehen unter erheblichem Haushaltsdruck. Das beeinträchtigt unmittelbar die kulturelle Grundversorgung, insbesondere im ländlichen Raum. Deshalb müssen wir schnell und gemeinsam handeln, um die kulturelle Infrastruktur dauerhaft abzusichern. Die Situation in Plauen ist kein Einzelfall, sondern Symptom eines Systems, das Kultur als freiwillige Aufgabe behandelt. Wir fordern seit Jahren eine Dynamisierung der Kulturraummittel, damit die Kultureinrichtungen mit steigenden Tarif- und Betriebskosten nicht alleingelassen werden.
Wer Kultur erhalten will, muss die Kommunen entlasten. Nur dann ist Geld für Theater, Orchester, Museen und die freie Szene da. Die Evaluation des Kulturraumgesetzes muss konkrete Schritte liefern: klare Landeszuständigkeiten, verlässliche Finanzierungszusagen und verbindliche Regeln für Tarif- und Kostensteigerungen.
Mit dem Kulturpakt wurde ein wichtiger Ansatz geschaffen, um Theater und Orchester nach den Orchesterfusionen in den letzten 30 Jahren aus den Haustarifverträgen zu holen. Die wiederholten Rettungspakete der vergangenen Jahre zeigen aber, dass wir gemeinsam an strukturellen Lösungen weiterarbeiten müssen und die Kulturraummittel dauerhaft steigen müssen. Wir sind bereit, mit der Staatsregierung für eine langfristig verlässliche Finanzierung der Kulturräume zu sorgen.“
Susanne Schaper, Sprecherin für Tourismus, betont die Folgen für ganze Regionen:
„Die Theater- und Orchesterlandschaft in Sachsen ist einmalig in Deutschland und ein Alleinstellungsmerkmal – insbesondere für Städte wie Plauen oder Zwickau. Wenn Theater oder Orchester ihr Programm beschneiden oder gar schließen müssen, verliert eine Region Lebensqualität, Fachkräfte und touristische Attraktivität. Eine stabile Kulturlandschaft erfordert eine solide kommunale Finanzierung.“
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