Luise Neuhaus-Wartenberg: Für viele Lehrkräfte steht nicht nur die Freizeit auf dem Spiel, sondern die Gesundheit – jetzt entlasten
Zum Abschlussbericht der Studie „Arbeitszeitbelastung sächsischer Lehrkräfte und Schulleitungen“ des Kultusministeriums erklärt Luise Neuhaus-Wartenberg, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion:
„Die Regierung hat jetzt mit eigenen Zahlen belegt, was seit langem bekannt ist: Viele Lehrkräfte arbeiten deutlich mehr als sie müssten, wenn man ihren Arbeitsvertrag betrachtet. Der Schulalltag macht ihr Engagement aber notwendig. Umso dringlicher ist es, jede nur mögliche Entlastung herbeizuführen. Es stimmt nicht, dass alle Lehrkräfte sich am frühen Nachmittag in den Feierabend verabschieden und die Ferienzeit zur ausgiebigen Erholung nutzen. Vielmehr haben sie oft keine Möglichkeit, Überstunden abzubauen. Die Belastung steigt und Ferien müssen genutzt werden, um liegengebliebene Arbeiten nachzuholen. Für viele steht nicht nur die Freizeit auf dem Spiel, sondern die Gesundheit. Besonders stark belastet sind Schul- und Klassenleitungen, Teilzeitkräfte und Lehrkräfte an Oberschulen.
In der Studie heißt es: ,Die höchste subjektive Belastung entstand weniger durch didaktisch-pädagogische Kernaufgaben, sondern vor allem durch organisatorische Anforderungen, Ressourcenmangel, unklare Prozesse oder zusätzlich anfallende Aufgaben. Fachliche oder didaktische Aufgaben waren zwar häufig zeitaufwändiger, wurden aber seltener als belastend empfunden.‘ Die Ergebnisse müssen Konsequenzen haben: Der Freistaat sollte mehr Personal für Schul- und Verwaltungsassistenzen sowie die IT-Infrastruktur bereitstellen. Es besteht sogar eine gesetzliche Verpflichtung, die Arbeitszeit der Lehrkräfte zu erfassen. Auch mit Anrechnungsstunden muss unbezahlte Mehrarbeit begrenzt werden. So sollte der Kultusminister dringend seine Maßnahmen korrigieren, damit Lehrkräfte nicht mehr zur Selbstausbeutung gezwungen werden. Schule ist nicht nur ein Lehr- und Lernort, sondern auch ein Lebensort, an dem sich alle wohlfühlen müssen. Auch Bildungsgerechtigkeit ist nur mit vernünftigen Rahmenbedingungen möglich.“
Du hast Fragen
oder möchtest einfach reden?
Die Linke Fraktion
im Sächsischen Landtag
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden, Sachsen
Telefon 0351 4935800
E-Mail linksfraktion@slt.sachsen.de
Oder schreibe uns auf unseren Social-Kanälen: