Linksfraktion schlägt Apotheken-Sicherungsplan vor – Susanne Schaper: Zügig beschließen, denn die Zeit drängt!

Die Zahl der Apotheken in Sachsen sinkt kontinuierlich, vor allem in ländlichen und strukturschwachen Regionen. Der Landtag hat im März bereits einen Antrag der Linksfraktion gegen das Apothekensterben in geänderter Fassung beschlossen, nachdem dieser etwa ein Jahr lang konsultiert worden war. In einem weiteren Schritt schlägt die Linksfraktion jetzt einen Apotheken-Sicherungsplan vor (Drucksache 8/7314). Die Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin Susanne Schaper sagt:

„Die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken ist extrem angespannt. Daher hoffe ich, dass die Koalition diesmal nicht so lange braucht, um unsere Vorschläge zu prüfen und sie bestenfalls mitzutragen. Alle Menschen müssen Zugang zu einer hochwertigen Versorgung haben – das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Unser Antrag schafft die Grundlage, um diese Aufgabe strategisch anzugehen. Er ist auch die Folge aus der Anhörung zu unserer vorhergehenden Initiative.

Der Apotheken-Sicherungsplan verbindet zentrale Ansätze: ein systematisches Monitoring, Förderinstrumente, Maßnahmen zur Fachkräftesicherung sowie die Weiterentwicklung der Rolle, die Apotheken im Gesundheitswesen spielen. Insbesondere Übernahmen, Neugründungen, Filialstrukturen sowie Investitionen in moderne Versorgungs-, Logistik- und Digitalstrukturen müssen unterstützt werden. Mit Modellprojekten wollen wir die Apotheken stärker in die Versorgung einbinden, insbesondere bei Medikationsmanagement, Prävention und der Versorgung chronisch kranker Patientinnen und Patienten.

Für den ländlichen Raum fordern wir neue Ansätze, etwa gezielte Fachkräftebindung und innovative Versorgungsmodelle wie mobile Angebote, erweiterte Botendienste, digitale Beratungsstrukturen sowie Kooperationen mit kommunalen Gesundheits- und
Pflegeeinrichtungen. Neue Steuerungsinstrumente wie eine Landapothekerquote oder verbindliche Versorgungsstandards sollen geprüft werden.

Beim Umgang mit Lieferengpässen wollen wir die Koordination verbessern, um den Apotheken bei der Beschaffung, der Substitution und Organisation von Arzneimitteln zu helfen. Im Bund soll die Staatsregierung eine zeitgemäße Vergütung einfordern und landesrechtliche Spielräume nutzen, um unnötige Bürokratie abzuschaffen – insbesondere bei Dokumentationspflichten, Abrechnungen und Verwaltungsprozessen.

Mit der Einrichtung eines Runden Tisches Arzneimittelversorgung wollen wir nicht zuletzt ein dauerhaftes Koordinierungsinstrument schaffen, das dazu beiträgt, Versorgungsprobleme früh zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“

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