Beschlussempfehlungen und Berichte der Ausschüsse zu Anträgen
Es gilt das gesprochene Wort!
Sehr geehrte Frau Präsidentin,
werte Damen und Herren Abgeordnete!
werte Abgeordnete der AfD,
Ihre geradezu pathologische Aversion gegenüber dem Wolf – und damit natürlich auch von Wolfsmischlingen – ist ja nun weidlich bekannt. Es bedurfte zur Untermauerung nicht noch einmal dieses verzweifelten Kraftaktes, einen in den Fachausschüssen sowohl des Bundestages als auch des Landtages gescheiterten Antrag aus der Sammeldrucksache herauszuziehen. Keine Sorge: Die Welt weiß, wer Rotkäppchen und die Großmutter standhaft verteidigt – unabhängig davon, dass gerade die Rotkäppchen-Generation – und zwar nicht nur in der Stadt – offensichtlich mehrheitlich eine andere Sicht auf die heimische Tierwelt hat und durchaus ökosystemische Zusammenhänge begreift.
Und auch ihre Strategie, Ergebnisse anerkannter Forschungsinstitute fortgesetzt mit kruden pseudo-wissenschaftlichen Behauptungen anzuzweifeln und die Reputation insbesondere von Senckenberg oder Lupus insgesamt infrage zu stellen, um aus der Verunsicherung der Bevölkerung wahltaktischen Honig zu saugen, ist nicht neu, dafür aber umso durchsichtiger. Mich nervt das zusehends. Insofern bedaure ich jetzt schon die Kolleginnen und Kollegen des kommenden Landtages.
Ich bin auch nicht so vermessen und spiele mich als Wildbiologische Sachverständige aus. Ich bin Abgeordnete! Und als Vertreterin der Legislative ist es meine Aufgabe, Fragen an Wissenschaft zu formulieren, deren Antworten Grundlage für die Entscheidung über staatliche Maßnahmen sein sollen.
Die Achtung vor der Unabhängigkeit von Forschung und Lehre hält mich – im Gegensatz zu Ihnen – davon ab, detailliert darauf Einfluss nehmen zu wollen, welche wissenschaftlichen Instrumente und Methoden der Antwortfindung zugrunde gelegt werden oder im Vorfeld eines Auftrages bereits die sachverständigen Experten festzulegen.
Der Deutsche Bundestag hat im Konsens mit allen Bundesländern das Senckenberg Institut für Naturkunde im Jahre 2009 als Kompetenzzentrum für Wolfs- und Luchsproben beauftragt und später nochmals bestätigt. Deren angewandte Verfahren sind wissenschaftlich allgemein anerkannt und danach ist zuerst die Genetik die verlässliche Nachweismethode und nicht der Vergleich von Schädeln..
Zum anderen sind Ihre Annahmen zur Hybridisierung fraglich und offensichtlich zu hoch angesetzt, die Entnahme von Hybriden ist geklärt und wird praktiziert. Hybridisierung ist also kein wirkliches Problem.
Aber klar, jetzt, wo kaum noch Geflüchtete ankommen, muss man schon mal ein bisschen an Schein-Problemen basteln.
Die LINKE bleibt bei dem, was sie immer in Sachen Wolf sagt: Wir können und wir werden lernen, mit dem Wolf zu leben. Die einzigen, die wirklich ein zusätzliches – längst nicht das einzige – Problem mit dem Wolf haben, sind die Weidetierhalter. Da hat sächsische Politik im letzten Doppelhaushalt durchaus reagiert – aber es geht auch nach Auffassung der LINKEN mehr. Stichwort Weidetierprämie. Da kann Politik durchaus noch draufsatteln.
Der Antrag ist sinnfreie Stimmungsmache. Ich kann sie nicht hindern, dass bei sich im Bierzelt zu machen – Im Parlament aber kommen Sie damit nicht durch. Der Antrag ist abzulehnen.
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