Länderübergreifendes Polizei-Abhörzentrum soll nächstes Jahr in Betrieb gehen - vielleicht aber auch nicht
Nach jahrelangen Verzögerungen soll das Polizei-Abhörzentrum mit Sitz in Leipzig nächstes Jahr in Betrieb gehen. Das teilte Innenminister Armin Schuster (CDU) mit. Damit wird erstmals öffentlich ein neuer Start-Termin genannt. Doch es bleiben Fragezeichen.
Das offiziell so genannte „Gemeinsame Kompetenz- und Dienstleistungszentrum (GKDZ)“ der Polizeien der Länder Sachsen, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde seit 2010 geplant und 2018 formell gegründet. Es handelt sich im Kern um ein Rechenzentrum zur Telekommunikations-Überwachung, das bereits 2024 in Betrieb gehen sollte. Wiederholt versicherte das Innenministerium, dass „alle Voraussetzungen zur Erreichung des Wirkbetriebes geschaffen“ seien. Doch dazu kam es bis heute nicht: Wie die Staatsregierung Anfang 2025 einräumen musste, würde sich die Inbetriebnahme „voraussichtlich um mehrere Jahre verzögern“, weil eine beauftragte Firma die nötige Spezialsoftware nicht rechtzeitig liefern kann.
Zwischenzeitlich kam es zur „Regelung der Verzugssituation“, wie es jetzt heißt. Im Klartext: Das Unternehmen ist weiter beauftragt, zahlt aber eine Vertragsstrafe sowie umfangreiche Schadensersatz- und Kompensationsleistungen – bis Anfang 2026 waren das bereits mehr als 5,7 Millionen Euro. Die Höhe dieser Erstattung wird damit erstmals öffentlich beziffert. Sie deckt offenbar die laufenden Kosten des GKDZ mit aktuell 28 Beschäftigten. Der sächsische GKDZ-Finanzierungsanteil für das Jahr 2025 wurde währenddessen auf Null gesetzt.
Die Ersparnis ist freilich nur vorübergehend und teuer erkauft durch das lange Warten auf die Eröffnung des Zentrums. Wir sehen die Gefahr, dass die schon vor einigen Jahren verbaute Speicher- und Servertechnik dann nicht mehr auf der Höhe der Zeit sein wird. Zudem hat der Innenminister zwischen den Zeilen zwei Vorbehalte formuliert: Der Termin 2027 ist nur zu halten, falls zuvor die „Betriebsbereitschaftserklärung des beauftragten Unternehmens“ vorliegt. Und danach wird nicht unbedingt der komplette, sondern „der sukzessive Wirkbetrieb der einzelnen Trägerländer erfolgen“. Dass die sächsische Polizei das Zentrum schon 2027 aktiv mitnutzen kann, wird nicht behauptet.
Polizei-Abhörzentrum Leipzig
Das Abhörzentrum soll 2025 starten.
Es heißt Gemeinsames Kompetenz- und Dienstleistungszentrum.
Fünf Bundesländer arbeiten zusammen.
Das Zentrum überwacht Telefon und Internet.
Es ist ein Rechenzentrum.
Planung und Verzögerung
Das Zentrum wurde 2010 geplant.
2018 wurde es offiziell gegründet.
Es sollte 2024 starten.
Die Software ist noch nicht fertig.
Deshalb verzögert sich der Start.
Probleme mit der Firma
Die Firma liefert die Software zu spät.
Sie zahlt Strafen und Entschädigung.
Bis 2026 sind das 5,7 Millionen Euro.
Das Geld deckt die Kosten vom Zentrum.
28 Menschen arbeiten dort.
Finanzierung und Technik
Sachsen zahlt 2025 kein Geld mehr.
Das spart Geld für kurze Zeit.
Die Technik ist schon alt.
Sie könnte bald veraltet sein.
Das ist ein Risiko.
Start-Termin und Nutzung
Der Start ist für 2027 geplant.
Die Firma muss vorher bereit sein.
Das Zentrum startet nach und nach.
Nicht alle Länder nutzen es sofort.
Sachsen nutzt es vielleicht später.
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