Kriminal­statistik: Keine Entspannung, höchstens eine Verschnauf­pause – weder bei Prävention noch beim Opfer­schutz kürzen!

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 liegt vor. Der Rückgang registrierter Fälle ist ein gutes Zeichen, der Teufel steckt aber in des Innenministers Details.

Denn zugleich gab es erneut – schon das vierte Jahr in Folge – mehr Gewaltkriminalität und unter anderem auch mehr Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Das dicke Minus bei Betäubungsmittel-Fällen dürfte als Nachweis effektiver Kriminalitätsbekämpfung kaum taugen, sondern ist eine Auswirkung der Cannabis-Teillegalisierung. Auch der parallel verzeichnete Rückgang rechtsmotivierter Straftaten ist trügerisch, denn die rund 3.400 Taten sind ein alarmierender Extremwert, der nur im Superwahljahr 2024 getoppt worden war, wie eine aktuelle Detailauswertung unserer Fraktion zeigt. Anders als der Innenminister reden wir daher nicht von einer Entspannung, höchstens von einer Verschnaufpause, und selbst die gibt es nur auf dem Papier. Die Realität ist nämlich ein langer Verfahrensstau. So gab es bei Sachsens Polizei zuletzt rund 87.500 offene Verfahren, ein im langjährigen Vergleich ausgesprochen hoher Wert. Da besteht ein enger Zusammenhang, denn nur abgeschlossene Fälle fließen in die Kriminalstatistik ein.

Die PKS ist außerdem lediglich ein Gradmesser dafür, welche Straftaten der Polizei bekannt werden. Aufschluss über „die“ Kriminalität, die oft im sogenannten Dunkelfeld bleibt, bietet die Statistik nicht. Kriminalitätsbekämpfung erfordert daher auch mehr als Zahlenspiele. Deshalb und angesichts aktueller Medienberichte über Finanzierungslücken bei der Polizei können wir nur davor warnen, bei der Haushaltsaufstellung erneut den Rotstift bei der polizeilichen Kriminalprävention und dem Opferschutz anzusetzen: Menschen aller Altersgruppen brauchen vorbeugende Aufklärung über aktuelle Gefahren, Betroffene benötigen spezialisierte Anlaufstellen. Das gehört ebenso zur Kernaufgabe der Sicherheit wie eine ordentliche Ausstattung der Polizei. Hingegen lässt sich Sicherheit nicht durch einseitige Aufrüstung erkaufen. Die im umstrittenen Polizeigesetz-Entwurf der Minderheitskoalition verpackte Wunschliste aus dem KI-Traumzauberwald könnte sich als unbezahlbar erweisen. Und auch mit der vorgesehenen Ausweitung des „Taser“-Einsatzes wird man die Fallzahlen nicht in den Griff bekommen.

Kriminalstatistik 2025

Die Polizei hat weniger Fälle gemeldet.
Das klingt gut.
Aber es gibt mehr Gewalt.
Mehr Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gibt es auch.
Das ist schlecht.

Drogen und rechte Straftaten

Weniger Drogenfälle sind gemeldet.
Das liegt an der Cannabis-Teillegalisierung.
Rechte Straftaten sind weniger geworden.
Aber die Zahl ist immer noch sehr hoch.
Das ist gefährlich.

Offene Verfahren bei der Polizei

Die Polizei hat viele offene Fälle.
In Sachsen sind es 87.500 offene Verfahren.
Das ist sehr viel.
Nur abgeschlossene Fälle zählen in der Statistik.
Deshalb sieht die Statistik besser aus.

Kriminalstatistik zeigt nicht alles

Die Statistik zeigt nur Fälle, die die Polizei kennt.
Viele Straftaten bleiben unbekannt.
Man nennt das Dunkelfeld.
Kriminalität ist mehr als Zahlen.
Man braucht mehr als Statistik.

Wichtig: Prävention und Opferschutz

Die Polizei braucht mehr Geld für Prävention.
Prävention heißt: Gefahren erklären, bevor etwas passiert.
Opfer brauchen Hilfe und Anlaufstellen.
Das ist wichtig für alle Menschen.
Sicherheit braucht mehr als Waffen.

Kritik am Polizeigesetz

Das neue Polizeigesetz kostet viel Geld.
Es will viele neue Geräte kaufen.
Das ist teuer und bringt nicht mehr Sicherheit.
Mehr Taser helfen nicht gegen die Kriminalität.
Man braucht andere Lösungen.

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