Chipkrise: Deutschland muss industriepolitisch handlungsfähig werden!
Der Landtag hat über das Thema „VW- und Chipkrise: Sachsens Weg für die Zukunft der Auto-(Industrie)“ diskutiert. In der sächsischen Automobil- und Zulieferindustrie sind die Jobs von 100.000 Menschen in Gefahr. Ganze Regionen sind vom industriellen Kahlschlag bedroht. Die Chipkrise wirkt wie ein Brandbeschleuniger: Nexperia, ein niederländischer Chipzulieferer unter chinesischer Kontrolle, wurde von der niederländischen Regierung übernommen. China stoppte daraufhin die Ausfuhr von Nexperia-Chips für die Autoindustrie. Jetzt drohen Produktionsstopps.
VW konnte dank Notbeständen und Ersatzlieferanten kurzfristig reagieren, aber das ist keine dauerhafte Lösung. Wir müssen weniger abhängig von globalen Lieferketten werden! Der Verlust gut bezahlter Industriejobs ist auch ein Nährboden für Demokratiefeindlichkeit.
Diese Krise ist das Ergebnis verfehlter Industriepolitik. Die meisten sächsischen Autozulieferer sind Betriebe mit rund 50 Beschäftigten. Sie haben weder das Eigenkapital noch den Zugang zu Fremdkapital, um den Umstieg auf zukunftsfähige Geschäftsfelder alleine zu stemmen. Deutschland als weltweit drittgrößte Volkswirtschaft muss industrie- und wirtschaftspolitisch genauso handlungsfähig sein wie China oder die USA!
Nötig ist erstens ein Wirtschaftsförderungsprogramm mit Beschäftigungs- und Weiterbildungsgarantie. Öffentliches Geld darf nur an Unternehmen fließen, die nach Tarif zahlen und einen Betriebsrat haben. Wir fordern zweitens eine „Zukunftsstiftung Zulieferer Automobil Sachsen“, finanziert durch Konzerne wie VW und BMW. Diese Unternehmen machen hier Profit – sie müssen auch Verantwortung übernehmen. Die Stiftung soll kleine und mittlere Zulieferer unterstützen. Drittens wollen wir mehr Forschung und Entwicklung nach Sachsen holen, gerade im Bereich Halbleiter und Mikroelektronik. Unternehmen mit Sitz außerhalb des Freistaats sollen verpflichtet werden, Forschung und Entwicklung für hier hergestellte Produkte hier durchzuführen. Das schafft hochqualifizierte, gut bezahlte Jobs, die nicht so schnell verlagert werden. Viertens schlagen wir vor, Zukunftsfelder zu fördern – Batterieproduktion, Leichtbau, neue Fügetechniken, Kooperation mit der Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie. Sachsen kann zur Modellregion werden auch für eine eigenständigere Chipproduktion. Akut gefährdete Unternehmen brauchen fünftens Hilfe bei Diversifizierung, Markt-Scouting, bei der Analyse ihrer Stärken.
Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert niedrigere Strompreise. Das ist richtig, aber bei weitem nicht genug. Nötig ist eine umfassende Industriestrategie, die auf grüne Transformation, regionale Wertschöpfung und mehr Eigenständigkeit in Schlüsseltechnologien setzt.
Chipkrise in Deutschland
Die Chipkrise bedroht viele Arbeitsplätze in Sachsen.
100000 Menschen können ihren Job verlieren.
Viele Regionen sind vom Industrie-Verlust betroffen.
Problem mit Chips aus China
Ein Chip-Lieferant aus den Niederlanden gehört China.
China stoppt die Ausfuhr von Chips für Autos.
Das kann die Produktion stoppen.
VW und die Chipkrise
VW hat Ersatz-Lieferanten gefunden.
Das hilft nur kurzzeitig.
Wir müssen unabhängiger von der Welt werden.
Gefahr für die Demokratie
Der Verlust von Industrie-Jobs ist schlecht für die Demokratie.
Menschen ohne Arbeit sind oft unzufrieden.
Probleme der Auto-Zulieferer
Viele Zulieferer haben nur 50 Mitarbeiter oder weniger.
Sie haben wenig Geld für neue Ideen.
Sie brauchen Hilfe vom Staat.
Deutschland muss handeln
Deutschland ist die 3. größte Wirtschaft der Welt.
Es muss so stark sein wie China und die USA.
Deutschland braucht eine gute Industrie-Politik.
Vorschlag 1: Wirtschaftsförderung
Der Staat soll Firmen mit Geld helfen.
Die Firmen müssen gut bezahlen und einen Betriebs-Rat haben.
So bleiben die Jobs sicher.
Vorschlag 2: Zukunftsstiftung
Große Firmen wie VW und BMW sollen Geld geben.
Das Geld hilft kleinen Zulieferern in Sachsen.
So können sie neue Produkte machen.
Vorschlag 3: Forschung und Entwicklung
Mehr Forschung soll nach Sachsen kommen.
Forschung heißt neue Ideen und Technik entwickeln.
Firmen außerhalb von Sachsen sollen hier forschen.
Vorschlag 4: Zukunfts-Felder fördern
Sachsen soll neue Technik fördern.
Zum Beispiel Batterie-Produktion und Leicht-Bau.
Sachsen kann eine Modell-Region für Chips werden.
Vorschlag 5: Hilfe für Firmen
Gefährdete Firmen brauchen Hilfe.
Sie brauchen Unterstützung bei neuen Märkten.
Sie sollen ihre Stärken besser nutzen.
Niedrigere Strompreise
Minister-Präsident Kretschmer will Strom-Preise senken.
Das ist gut, aber nicht genug.
Es braucht eine große Industrie-Strategie.
Industrie-Strategie für die Zukunft
Die Strategie soll grün sein.
Sie soll regionale Arbeit fördern.
Sie soll Deutschland unabhängiger machen
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