Azubis brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum - Landtag berät jetzt über Initiativen von Linken und Grünen
Auszubildende sind besonders armutsgefährdet und von Wohnarmut betroffen. Die Ausbildungsvergütungen und die Mindestvergütung sind viel zu gering. Gleichzeitig steigen die Mietkosten, besonders in den Großstädten, aber nicht nur dort. Der Landtag überwies gestern Anträge der Links- und der Grünenfraktion, die bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende anstreben, in die Ausschüsse.
Wir beobachten mit Sorge, dass Azubis ebenso wie Studierende in Leipzig und Dresden auf völlig überteuerte Mini-Apartments angewiesen sind, oft angeboten von dubiosen Vermietern. Wer eine Ausbildung macht, darf nicht gezwungen sein, zwischen überteuertem Wohnraum und langen Pendelstrecken zu wählen.
Mit dem Bund-Länder-Programm ,Junges Wohnen‘ fließen seit 2023 rund 32 Millionen Euro jährlich nach Sachsen, zunächst ausschließlich für Studierendenwohnheime. Auf Druck von Kommunen, Gewerkschaften und auch der Linken geht seit 2024 die Hälfte des Geldes ins Azubiwohnen. Über die Schulinfrastrukturverordnung werden 60 Prozent der Gesamtbaukosten gefördert, bereits 2024 lagen Anträge vor - für Wohnheim-Sanierungen in Leipzig und Zittau und für zwei dringend benötigte Neubauten in Leipzig. Die aber drohen zu scheitern, weil der Fördersatz zu niedrig ist. Klamme Kommunen können den Eigenanteil nicht stemmen. Private Investoren kalkulieren Mieten, die diesen erwirtschaften sollen, aber deshalb für Auszubildende unerschwinglich sind. Beim ersten geplanten Azubiwohnheim in Leipzig wurden Mieten von bis zu 20 Euro pro Quadratmeter berechnet. Wer kann das bezahlen?
Wir schlagen Maßnahmen vor, die auch von Gewerkschaften und Berufsbildungsträgern unterstützt werden. Zentral ist die Bildung einer interministeriellen Arbeitsgruppe. Ziel ist ein durchdachtes Netz an Azubi-Wohnheimen, etwa in der Nähe großer Berufsschulzentren oder in Regionen mit vielen Ausbildungsbetrieben. Der Förderanteil von 60 Prozent muss steigen. Langfristig bezahlbar bleibt Wohnraum nur in öffentlicher, kommunaler, genossenschaftlicher oder gemeinnütziger Trägerschaft. Private Eigentümer sind hingegen auf Profit aus, wenn die Zweckbindung ausläuft. Kooperationen mit Ausbildungsbetrieben sollten zusätzliche Kapazitäten schaffen, etwa durch Mitfinanzierung gegen zeitlich begrenzte Belegungsrechte. Die Mietbelastung sollte 25 Prozent der durchschnittlichen Ausbildungsvergütung nicht überschreiten.
Wir sollten zudem über ein Landes-Azubiwerk als Pendant zu den Studierendenwerken sprechen. Es könnte Strukturen schaffen, Beratung bündeln und langfristig verlässliche Angebote schaffen. 2024 brachen in Sachsen über 6.200 Auszubildende ihre Lehre ab. Gute Wohnbedingungen stabilisieren Ausbildungen und sichern Fachkräfte!
Wohnraum für Auszubildende
Auszubildende haben oft wenig Geld.
Sie finden selten günstige Wohnungen.
Die Mieten steigen in vielen Städten.
Der Landtag berät über neue Ideen für günstigen Wohnraum.
Probleme bei der Wohnungssuche
Viele Azubis wohnen in kleinen, teuren Wohnungen.
Diese Wohnungen sind oft schlecht.
Manche Vermieter sind nicht vertrauenswürdig.
Azubis müssen oft weit zur Arbeit fahren oder viel Miete zahlen.
Förderung für Azubi-Wohnheime
Seit 2023 gibt es Geld vom Bund und Land für Wohnheime.
Das Geld war zuerst nur für Studierende.
Seit 2024 bekommt auch das Azubiwohnen Geld.
Es gibt Anträge für neue und bessere Wohnheime in Leipzig und Zittau.
Die Förderung bezahlt 60 Prozent der Baukosten.
Manche Städte haben zu wenig Geld für den Rest.
Private Vermieter wollen hohe Mieten verlangen.
In Leipzig sollten Mieten bis 20 Euro pro Quadratmeter sein.
Das ist für Azubis zu teuer.
Vorschläge für bessere Wohnungen
Eine Arbeitsgruppe soll neue Wohnheime planen.
Wohnheime sollen nahe bei Berufsschulen sein.
Die Förderung soll mehr als 60 Prozent sein.
Wohnungen sollen von öffentlichen oder gemeinnützigen Trägern sein.
Private Vermieter wollen oft nur Gewinn machen.
Azubis sollen nicht mehr als 25 Prozent ihres Geldes für Miete zahlen.
Zusammenarbeit mit Ausbildungsbetrieben soll mehr Wohnungen schaffen.
Ein Azubiwerk könnte Beratung und Hilfe bieten.
2024 haben über 6.200 Azubis ihre Ausbildung abgebrochen.
Gute Wohnungen helfen, die Ausbildung zu schaffen.
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