WANDERAUSSTELLUNG
 
 
Lea Grundig: Im Tal des Todes
 

Lea Grundig wurde 1906 in Dresden geboren und studierte an der Akademie der Bildenden Künste. 1926 trat sie in die KPD ein. 1933 bis 1938 schuf sie die Zyklen „Unterm Hakenkreuz", „Der Jude ist schuld!", „Krieg droht!". 1933 wurde sie mit Ausstellungsverbot belegt, 1936 und 1938 verhaftet. 1940 kam sie in ein Flüchtlingslager in der Slowakei, ein Jahr später ging sie nach Palästina ins Exil. Bis 1941 lebte sie im Flüchtlingslager Atlit, danach in Haifa und Tel Aviv. Hier schuf sie die Zyklen „Im Tal des Todes", „Niemals wieder", „Ghetto" und „Ghettoaufstand". 1949 kehrte sie nach Dresden zurück. 1961 wurde Lea Grundig Mitglied der Akademie der Künste der DDR, von 1964 bis 1970 war sie die Präsidentin – danach Ehrenpräsidentin – des Verbandes Bildender Künstler. 1967 wurde Lea Grundig mit dem Nationalpreis der DDR Erster
Klasse ausgezeichnet. 1977 starb die Ausnahmekünstlerin und wurde in ihrer Heimatstadt Dresden begraben.

 
 
 
 
Reproduktionen zum Teil verschollener Tuschzeichnungen zur Verfolgung, Vernichtung und Widerstand der Juden in Europa
 

Der Zyklus von 17 Handzeichnungen entstand 1942 bis 1943 in Palästina als Reaktion auf die Judenverfolgung in Deutschland, zunächst mit dem Titel: „Deutschland – ein Schlachthaus."

1944 wurde der Zyklus als Buch mit dem Titel „In the Valley of Slaughter", Drawings by Lea Grundig mit Bildtiteln in Hebräisch und Englisch herausgegeben. Die Verse dazu schrieb Schin Shalom auf Hebräisch. Gedruckt wurde das Buch in der Druckerei Haarez in Tel Aviv, Herausgeber war der Kibbuz Hame‘uchad (Vereinigter Kibbuz).

1945 stellte Oskar Kokoschka das Buch in England vor. Freie Tribüne Nr. 3, London, März 1945.

1947 erschien ein Nachdruck in deutscher Sprache, herausgegeben im Sachsenverlag Dresden unter dem Titel „Im Tal des Todes", Zeichnungen von Leah Grundig. Kurt Liebmann (geb. 1897 in Dessau, gest. 1981 in Dresden) schrieb die Einleitung und die Texte zu den einzelnen Zeichnungen.

 
 
 
 
 ... Aus Palästina kommt uns ein Buch mit Zeichnungen, die unter dem Ein­druck der Judenverfolgung in Deutschland entstanden sind. In diese Welt hinausschreiend wie nur die expressionistische Kunst in Deutschland es tat, bevor sie gebannt ward.
Dieses Werk wendet sich an einen jeden, der Augen hat zu sehen und nur vom Hörensagen das Entsetzliche kennt, auf dass er helfe, wo noch zu helfen ist. Diese Künstlerin, Lea Grundig, arbeitet nicht für primitive Kriegspropaganda. Sie stellt die künstlerischen Ausdrucksmittel in den Dienst der reinen Menschlichkeit. In diesen Blättern, die an die Gewalt­tätigkeit eines Beckmann, an eine Käthe Kollwitz in ihrer Tragik und in ihrer Volkstümlichkeit an den lieben Berliner Zille, der ein scharfer Sittenrichter war, gemahnen, ballen Schatten und Licht sich zu Gestalten, die jedem unver­gesslich bleiben müssen, dem der Kampf für die Befreiung der Völker von Unterdrückung, der Kampf gegen den Faschismus kein Lippenbekenntnis ist."
Oskar Kokoschka
Aus der Besprechung der Buchveröffentlichung von Lea Grundigs
 Zeichnungen "Im Tal des Todes". Freie Tribüne · Nr.3 London, März 1945

 
 
„Lea Grundig drückt sich als Graphikerin aus, mittels jener Skala zwischen Schwarz und Weiß, welche die menschliche Phantasie immer angeregt hat und den extremen Schaffensabsichten und Stilen besonders entgegenkommt. Ihre Blätter erinnern an den Expressionismus, aber sie sind keiner, zumindest nicht im angreifbaren Sinne. Sie wollen die Kraft zum Einbruch in die Gleichgültigkeit des durchschnittlichen Betrachters mit dem Expressionismus gemein haben, aber statt von der Wirklichkeit weg wollen sie in diese hineinführen ..."

Arnold Zweig,
anlässlich der Herausgabe der Mappe „Im Tal des Todes" durch den Freien Deutschen Kulturbund in Großbritannien. Tel Aviv, 8.10.1945

 
 
 
 

Die Ausstellung „Lea Grundig: Im Tal des Todes" ist als kostenfreie Leihgabe konzipiert, die interessierte Bildungsträger, Verbände und Vereine bei Übernahme der entstehenden Transport- und Ausstellungskosten erhalten können.

Die Ausstellung beinhaltet:
» Reproduktionen aller 17 Handzeichnungen des Zyklus "Im Tal des Todes" mit den dazugehörigen Texten von Kurt Liebmann, im Format 80cm x 60cm
» 5 Ausstellungstafeln à 1m x 2m, mit Informationen zu Lea Grundig und dem Zyklus "Im Tal des Todes"
» Begleitflyer zur Ausstellung

 

Interessenten wenden sich bitte an die
Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag,

Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, 01067 Dresden,
Telefon +49 (0)351 4935800, Fax: +49 (0)351 4935460,
E-Mail: linksfraktion[at]slt.sachsen.de

 



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